Es gibt mittlerweile im Ernährungsbereich der Hunde fast genauso viele Ernährungsweisen und Ernährungsmodelle wie beim Menschen - mit genauso vielen Befürworten und Ablehnern.

 

Diejenigen, die ich kenne, werde ich hier einmal kurz vorstellen. Falls es eine neue, interessante Form gibt, die hier dringend fehlt, können Sie mich gerne informieren und ich nehme sie mit in der Aufstellung auf.

 

1. BARF = Bones and raw food / Biologisch artgerechtes rohes Futter

Beim barfen wird versucht, aus frischen Zutaten (Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Gemüse, Obst) das Beutetier von Wolf und Wildhund "nachzubauen" und dann roh zu verfüttern.
Da wir heutzutage kaum mehr natürlich lebende Tiere haben, die dann verfüttert werden, braucht man Zusätze, um alle Nährstoffe zur Verfügung zu haben.

Die größte Herausforderung der BARF-Ernährung ist es, einen ausgewogenen Plan zu erstellen, in dem alle nötigen Nährstoffe vorhanden sind und Zeit und Platz fur die Lagerung und Zubereitung zu finden.

Der größte Vorteil der BARF-Ernährung ist die Kontrolle über alles, was der Hund bekommt - ich weiss, was ich in den Napf fülle und wenn mein Hund z.B. kein Weizen verträgt, kann ich sicher sein, dass in meiner selbst zubereiteten Portion kein Weizen vorhanden ist.

 

2.  Nassfutter = Fertigfutter/Dosenfutter

Nassfutter gibt es in allen erdenklichen Varianten und in Hülle und Fülle - und natürlich auch in allen erdenklichen Qualitäten - von der Billigvariante, die zum größten Teil aus Schlachtabfallresten mit Zusätzen besteht bis hin zur Dose Futter aus Biofleisch in bester Qualität.

Hier ist der größte Nachteil, dass es unheimlich schwer ist, die Qualität des Futters zu bestimmen und dass bei mehreren oder großen Hunden sehr viel Müll entsteht. Dazu kommt die Innen-Beschichtung von Dosen, die in Deutschland immer noch Bisphenole enthalten dürfen. Bisphenol A ist nachgewiesen gesundheitsschädigend (hormonell wirksam), die anderen Bisphenole stehen in Verdacht, gesundheitsschädigend zu sein.

Vorteil ist hier die Einfachheit der Fütterung. Wenn es ein Alleinfuttermittel ist, sind hier alle gesetzlich für nötig erachteten Nährstoffe enthalten.
(Achtung - es gibt auch die Bezeichnung "Einzelfuttermittel" - hier ist nicht alles enthalten, was das Tier benötigt!)

 

3. Trockenfutter


Trockenfutter ist für den Besitzer die einfachste und sauberste Fütterungsweise - mit den für den Hund größten Nachteilen.

Damit alle Zutaten zu einer Krokette werden, benötigt es eine größere Menge von Kohlenhydraten/Getreide, die vor allem bei älteren Tieren vermehrt zu Gelenkproblemen führen.
Kohlenhydrate/Getreide können in größeren Mengen nicht vom Hund verwertet werden und führen dann häufig zum Ungleichgewicht in der Darmflora.
Trockenfutter ist bei Katzen eine der Hauptursachen für eine Chronischen Niereninsuffizienz.

Die Zutatenliste ist gerade bei Trockenfuttersorten unheimlich lang, da durch den Entstehungsprozess unter hohen Temperaturen viele Nährstoffe verloren gehen, die durch Zusätze wieder zugefügt werden müssen.

 

4. Clean feeding - nachhaltige Ernährung

Die Idee des "Clean feeding" geht davon aus, dass der Hund als langjähriger Begleiter und Mitbewohner des Menschen nicht mehr 100% Wolf ist, sondern sich auch in der Ernährung dem Menschen angepasst hat, also immer mehr Omnivore (Allesfresser) wurde und weiter wird.


Hier wird die Ration des Hundes aus 50% tierischen (Fleisch, Knochen, Milchprodukte) und 50% pflanzlichen (Gemüse, Obst, Getreide) Komponenten gestaltet, deren Herkunft so natürlich und nachhaltig wie möglich ist. (Regional, saisonal, bio)
Durch die Vielfalt der Nahrungsmittel ist dann - wie bei der menschlichen Ernährung - auf Dauer alles an Nährstoffen vorhanden. Dennoch gibt es eine Berechnung und Zusätze.

 

Der Vorteil dieser Ernährungsweise ist die Vielfalt an Möglichkeiten - ich kann die Nahrung roh verfüttern, dünsten, kochen - je nach Belieben und Vorlieben des Tieres.

 

Der Nachteil hier ist ebenso wie beim BARF die etwas längere Zubereitungszeit der Mahlzeiten.

 

5. Prey Methode = Verfütterung des ganzen Beutetieres


Bei der Prey-Methode - auch prey model raw genannt -  wird, ähnlich wie beim barfen, die Ernährungsweise des Wolfes und des Wildhundes zur Bestimmung des Futters nachgeahmt und es werden entweder ganze Beutetiere verfüttert oder das Beutetier "nachgebaut". Beim Prey allerdings wird kein Gemüse oder Obst zugegeben.

Der größte Nachteil dieser Ernährungsform ist aus meiner Sicht, dass die ursprüngliche "Beute" so kaum mehr existiert.
Die "Beutetiere", die man heutzutage kaufen kann, werden selbst sehr fern von ihrer natürlichen Ernährung gefüttert und enthalten gar nicht mehr die Nährstoffe wie sie nötig wären.

 

 

Mein Fazit:

 

Für mich persönlich gibt es nicht DIE richtige Ernährung für den Hund, sondern immer die bestmögliche Variante für das Mensch-Hund-Team.
Im Endeffekt sind alle Ernährungskonzepte eben nur Konzepte und die Wahrheit und die Gesundheit wird irgendwo dazwischen liegen.

 

Und ich helfe Ihnen gerne, ihre persönliche Wahrheit unter all diesen Ideen herauszufinden und die bestmögliche Ernährungsform für Ihre Mensch-Hund-Team zu entwickeln.